Symbolik der Blumen: Liebesbote oder Zeichen der Vergänglichkeit?
Seit ein paar Wochen ist es wieder so weit: draußen blüht es in allen Farben, der Duft der Pflanzen liegt in der Luft, und die Pollen fliegen. Die zauberhafte Blütenpracht und der sinnliche Frühling haben von jeher dazu inspiriert, Blumen tiefere Bedeutungen zuzuschreiben. Somit wurden diese zu wichtigen Symbolen in Kunst, Kultur, Traditionen und Mythen und spiegeln das gesamte Spektrum der menschlichen Emotionen wider.

Bereits alte Zivilisationen nutzen Blumen, um damit Götter und Tote zu ehren. So wurden in Gräbern verstorbener ägyptischer Pharaonen Girlanden aus Weideblättern, sowie Blüten von Akazie, Lotus und Stockrose gefunden. Der üppige Blumenschmuck diente vermutlich dazu, Dämonen von den Toten fernzuhalten und den Übergang vom Leben ins Jenseits zu erleichtern.

Im antiken Griechenland wurden die Helden der griechischen Mythologie mit Blumen und weiteren Pflanzen geehrt:
- Aphrodite, Göttin der Schönheit und Liebe, mit der Rose
- Apollo, Gott des Lichtes, mit dem Lorbeerkranz
- Dionysos, Gott der Fruchtbarkeit, mit einem Thyrsos-Stab aus Efeu und Weinlaub

Fortgeführt wurde diese Symbolik im viktorianischen Zeitalter. Damals diente eine ausgeklügelte Blumensprache, die sogenannte Floriographie, der Kommunikation von Gefühlen, welche gemäß der sozialen Etikette nicht offen bekundet werden durften. Jede Blume hatte eine eigens zugeordnete Bedeutung, nachzulesen in zahlreichen Büchern. So bekundete man mit einer roten Rose seine Liebe, während eine weiße Rose klare Ablehnung bedeutete.
Heutzutage ist diese klar zugeordnete Symbolik in den Hintergrund gerückt. Blumen werden weitestgehend nach ihrer Optik ausgewählt und verschenkt, da eine Symbolsprache nicht mehr von Nöten ist. Dennoch verkörpern Blumen auch heute noch etwas: Liebe, Feierlichkeit und Freude – und damit eine liebevolle Geste, über die sich die meisten Menschen freuen.
